Anregungen & Gedanken

Beim Vorlesen ist es wichtig, eine ruhige Atmosphäre und gemütliche Sitzmöglichkeiten zu schaffen, um eine gute Basis fürs Zuhören, Betrachten und die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit zu schaffen.

Das Kind sollte die Bilder gut sehen können und keinen zu großen oder kleinen Abstand zum Buch haben, denn so kann es die Geschichte rund um Kasimir gut aufnehmen.

Es ist wichtig, auf Impulse, die vom Kind kommen, zu achten. Sieht es bspw. etwas auf der Seite und möchte es etwas dazu sagen, sollte dies ruhig aufgegriffen werden und das Kind darf erzählen. Anschließend kann es behutsam zur Geschichte zurückgeführt werden. Gegebenenfalls ist eine Wiederholung, was bisher geschah, hilfreich, wenn es viel zu erzählen gab. So wird wichtigen Mitteilungen, Gefühlen usw. Raum gegeben und das Kind fühlt sich ernst genommen, gesehen und wertgeschätzt.

Nachdem wir in einer Leistungsgesellschaft leben und meist genau wissen, was wir nicht gut können ist unser hauptsächliches Bestreben, unsere kleinen (Mit-)Leser*innen mit unserer Bilderbuchgeschichte zu bestärken, auf das zu blicken, was sie gut können. Dadurch werden sie in ihrer Persönlichkeit gestärkt. Aus diesem Grund ist am Ende unserer Geschichte eine Seite zur Selbstgestaltung illustriert ("Das bin ich mit meinen Stärken"). Das Kind darf sich selbst malen/gestalten und ebenso, was es gut kann. Dabei darf es sich ruhig Zeit lassen und evtl. auch gemeinsam mit Ihnen überlegen oder nach einem "Aha-Moment" (wenn es selbst etwas an sich entdeckt hat, was es gut kann) ein Wölkchen füllen. Dabei kommt es auch nicht darauf an, dass es alle Wölkchen auf einmal füllen soll oder akkurat in das Wölkchen malt. Hauptsache das Kind weiß selbst, was seine/ihre Zeichnung bedeutet. Das individuelle Stärkenbild, das dabei entsteht, kann über einen längeren Zeitraum beliebig ergänzt und erweitert werden und vielleicht auch in Momenten als "Mutmacher" betrachtet werden, in denen das Kind konfrontiert war mit etwas, was es nicht gut kann.

Neben der Kernaussage ("Jeder hat individuelle Stärken, an denen er wachsen kann") haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung und Beschreibung der Grundgefühle (Freude, Angst, Wut & Trauer) gelegt. Diese wiederholen sich im Verlauf der Geschichte. Unsere kleinen (Mit-)Leser*innen können sie so, nach dem ersten Mal Lesen, selbst entdecken, erkennen und benennen lernen. Vielleicht kann dann auch (zusammen) überlegt werden, wann es ihnen ähnlich ergangen ist (z.B. "Wann war ich wütend? Was hat mich wütend gemacht und warum? Was hat mir geholfen?") . Gefühle zu erkennen, benennen und darüber zu sprechen, unterstützt Kinder in ihrer emotionalen Entwicklung.

Für unseren Hauptcharakter Kasimir fiel die bewusste Entscheidung auf ein Krokodil, da dieses Tier meist mit Stärke, Kraft und ähnlichen Eigenschaften assoziiert wird. Hier war es uns wichtig aufzuzeigen, dass auf den ersten Blick nicht immer alles so ist, wie es zunächst vielleicht den Eindruck erweckt und ein unvoreingenommenes Kennenlernen des anderen wertvoll ist.

Sehr bedacht waren wir auch darauf, dass man unseren Kasimir mit jedem Entdecken seiner persönlichen Stärken auch bildlich wachsen sehen kann, so dass unseren (Mit-)Lesern und (Mit-)Leserinnen das emotionale Wachstum verdeutlicht wird. Deshalb ist er zu Beginn noch klein und blass illustriert und gewinnt im Verlauf sowohl an Größe als auch an Farbe.

Ein Anliegen war es uns auch zu verdeutlichen, dass man seinen Lebensraum nicht verlassen muss, um entdecken zu können, worin die eigenen Stärken liegen. Und um bildlich zu untermauern, dass unsere Geschichte von Herzen kommt, findet sie rund um einen herzförmigen See statt. Denn "Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll" (Johann Wolfgang von Goethe).

Unsere Kinder sind häufig mit viel Input zeitgleich oft in vielfältiger Weise befasst. Uns war es wichtig, unser Bilderbuch klar, verständlich und nicht "überladen" zu gestalten. Warum? Um unsere (Mit-)Leser nicht zu überfrachten und die Fokussierung aufs wichtige Wesentliche zu unterstützen.

Da Wiederholungen hilfreich sind, das Gehörte und Gesehene besser behalten zu können, wird dies am Ende der Geschichte durch die Gedankenblasen von Kasimir bildlich unterstützt.

Im Hinblick auf die Sprache wurde auf eine klare, verständliche und beschreibende Wortwahl geachtet, um möglichst vielen Kindern einen Zugang bieten zu können und auch Raum zu bieten, eigene Worte finden zu können. Vielen Dank an dieser Stelle an meine liebe Kollegin und Klin. Sprechwissenschaftlerin Carola Hecht :).

Ebenso war es uns wichtig, dass sich die Tiere im wahren Leben tatsächlich begegnen könnten - in unserem Fall wäre dies irgendwo in Asien :).

Wir empfehlen das Suchen der kleinen Biene, die auf fast jeder Seite sichtbar ist und die auf einer Seite selbst versteckt (gemalt) werden darf, ab dem dritten Vorlesen. So kann Ihr Kind den Fokus beim ersten und zweiten Mal auf die Geschichte rund um Kasimir behalten und so die Kernaussage unseres Bilderbuches besser aufnehmen und auch auf sich übertragen.

Für mehr Anregungen oder Fragen rund um unser Buch, freuen wir uns über eine Nachricht über: hallo@stark-kasimir-stark.de